Vom 27.11.2007 OSTHOFEN
Der "Westwall-Wanderweg"
Der "Westwall-Wanderweg" in der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern in der Südpfalz ist das jüngste größere Projekt der Landeszentrale der politischen Bildung und ihrer Partner, um einen Beitrag zur Gedenkarbeit zu leisten.
Von Claudia Wößner
Bei der 23. Informationstagung zur Gedenkarbeit in Rheinland-Pfalz war der "Westwall-Wanderweg" eines der Themen, die ganz oben auf der Tagesordnung standen. Zahlreiche Historiker und Geschichtsinteressierte hatten sich in der KZ-Gedenkstätte Osthofen auf Einladung der Landeszentrale zur Fachtagung versammelt. Über einen Vormittag lang diskutierten die Teilnehmer über die neuesten Entwicklungen und Projekte im Land. Themen waren dabei neben dem "Westwall-Wanderweg" vor allem der aktuelle Stand der Gedenkarbeit sowie gegenwärtige Probleme und das pädagogische Kooperationsprojekt mit dem Netzwerk "Demokratie und Courage", das Projekttage an Schulen und Gedenkstätten vorsieht. Daneben waren Gäste aus Frankreich nach Osthofen gekommen. Sie informierten über die Erinnerungsarbeit des französischen Vereins "Amis de la Fondation pour la Mémoire de la Déportation" im Elsass. Der "Westwall" war ein Befestigungsgürtel, den die Nazis in den 1930er Jahren angelegt hatten. Er war rund 630 Kilometer lang, reichte von Kleve bis Basel und hatte rund 20000 Bunker- und Sperranlagen. Er wurde als Gegenstück zur französischen Maginot-Linie geplant, einer massiven Verteidigungslinie mit zahlreichen Bunkeranlagen entlang der deutsch-französischen Grenze. Ihr Beton soll dicker und stärker gewesen sein als je zuvor bei einem Bauwerk. Im Juli dieses Jahres wurde nun in der Südpfalz ein erster Abschnitt des "Westwall-Wanderweges" eröffnet. Die wichtigste Station entlang der Strecke ist dabei das 1998 eröffnete Westwall-Museum in Bad Bergzabern. Das Museum zeigt die einzige noch intakte Anlage des Westwalls. "Alle Bunker, die wir ausgewählt haben, sind zerstört, also nach dem Krieg gesprengt worden. Es gibt keine intakten Bunker mehr", bedauerte Rolf Übel von der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern. Bei vielen Anlagen sei es für den Laien auf den ersten Blick nicht mehr ersichtlich, um was es sich überhaupt genau handle. Insgesamt würden sich im so genannten "Otterbach-Abschnitt" zwischen Steinfeld und Niederotterbach, nur wenige Kilometer entfernt von der deutsch-französischen Grenze, rund 25 Objekte finden lassen, die besichtigt werden können. Dazu zählen Panzergräben, Bunker und Höckeranlagen. Die Besucher werden durch Texttafeln und Hinweisschilder über die historische Bedeutung des Westwalls informiert. Die Reste der gesprengten Bunkeranlagen stellen heute Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten dar, auch Fledermäuse.
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Westwallweg
Westwallweg als Friedensmahnmal eröffnet Steinfeld, 14.07.07. (bop) „Es ist ein vordringliches Anliegen, den Westwall als Friedensmahnmal für unsere Kinder und Enkel zu erhalten“, das erklärte Ministerpräsident Kurt Beck bei der gestrigen Eröffnung des ersten Teilabschnittes des Westwallweges in der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern. Bei der Einweihungsfeier des Abschnittes
Steinfeld/Niederotterbach waren auch die Vertreter der Kommunalen Gebietskörperschaften anwesend. Unter Assistenz von Landrätin Theresia Riedmaier und Staatssekretärin Jaqueline Kraege enthüllte er eine der neuen Informationstafeln und überreichte einen Bewilligungsbescheid der Landesregierung über 15.624 Euro zum weiteren Ausbau des Westwallweges in der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern. „Die Relikte des Westwalls in Rheinland-Pfalz und darüber hinaus haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zu wichtigen Lebensräumen für bedrohte Tier- und Pflanzenarten in einem länderübergreifenden Biotopverbund entwickelt“, sagte Beck. Auch dies gelte es zu bewahren und zu schützen. „Wenn wir die Anlagen für künftige Generationen erhalten, leisten wir gleichzeitig einen Beitrag zum Naturschutz und fördern den Tourismus in der Region“, so der Ministerpräsident. Außerdem unterstrich Beck die grenzüberschreitende Bedeutung. In einem europäischen Nachbarschaftsprojekt werde es möglich, die ehemaligen Befestigungsanlagen mit Belgien, Luxemburg, Niederlande und Frankreich unter Einbeziehung der Maginot-Linie zu sichern. In keinem anderen Gebiet sei die Dichte der militärischen Befestigungsanlagen von der Keltenzeit bis in die jüngste Vergangenheit so hoch wie in der Großregion Saar-Lor-Lux-Rheinland-Pfalz-Wallonie. Vertreter aus Politik und Verwaltung überbrachten Grußworte und bei einem kleinen Umtrunk und anschließender Führung wurden Einzelheiten und Konzepte des auch im touristischen Sinne sehr bedeutenden Werkes deutlich gemacht. Die organisatorischen Fäden knüpft derzeit Herr Rolf Übel, Archivar in der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern. Er gab auch einen kurzweiligen Abriss seiner Arbeiten und Gespräche im Vorfeld der Installationen. Einen kleinen Eindruck gibt unser Video wieder, das wir hier für Sie bereitgestellt haben. © JUNGE FREIHEIT Verlag GmbH & Co. www.jungefreiheit.de 38/07 14. September 2007
Spurensuche an der Siegfriedlinie
In diesem Jahr wurde in Rheinland-Pfalz entlang von Relikten des Verteidigungswerkes aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges ein "Westwall-Wanderweg" eingeweiht Martin Schmidt Steinfeld ist ein Dorf in der Südpfalz. Das nächstgelegene Städtchen heißt Bad Bergzabern, die Grenze zum französischen Elsaß ist nur wenige Kilometer entfernt. Steinfeld weist zwar kein schmuckes Ortsbild wie manch andere umliegende Dörfer auf - etwa Dörrenbach oder Dierbach -, doch es verfügt seit kurzem über ein touristisches Ziel, das Besucher aus der ganzen Welt anlocken dürfte: das erste Teilstück des "Westwall-Wanderweges". Am 13. Juli wurde der erste Abschnitt dieses seit Jahren geplanten Lehrpfades in Anwesenheit des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten und SPD-Vorsitzenden Kurt Beck, dessen Heimatort Steinfeld ist, eingeweiht. Je vier Erklärungstafeln in dem 2.000-Seelen-Dorf sowie im benachbarten Niederotterbach können interessierte Spaziergänger seither ablaufen. Sie stehen an nassen Panzergräben und den heute bisweilen mitten durch Privatgärten verlaufenden Höckerlinien des auch als "Siegfriedlinie" bezeichneten Walls. Die im Vergleich zur nahen Maginotlinie der Franzosen eher kümmerlichen Befestigungsanlagen sollten in der zweiten Hälfte der dreißiger Jahre den französischen "Erbfeind" abschrecken und dann im Frühjahr 1945 die amerikanischen Panzertruppen auf ihrem Weg ins Innere Deutschlands aufhalten. Nachdem der Versailler Vertrag dem Reich den Bau jeglicher Festungen westlich des Rheins sowie auf einem fünfzig Kilometer breiten Streifen am rechten Flußufer verboten hatte und auch die dortige Stationierung von Truppen untersagt war, beseitigte das NS-Regime die militärpolitischen Diskriminierungen und ließ zwischen 1936 und 1940 mit großem Propagandagetöse zwischen Kleve am Niederrhein und Lörrach in Südbaden den tiefgestaffelten Westwall errichten. Das Festungssystem erstreckte sich über 630 Kilometer und umfaßte 20.000 Bunker. Es beschäftigte zeitweise bis zu einer halben Million Arbeiter und verschlang ungefähr 3,5 Millionen Reichsmark. Allein auf dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Rheinland-Pfalz entstanden etwa 7.300 Anlagen. Eine indirekte Folge des Westwallprojekts war die aus den dort eingesetzten Baukolonnen des Generalinspekteurs für das deutsche Straßenwesen, Fritz Todt, hervorgegangene "Organisation Todt". Während der ersten Monate des Zweiten Weltkrieges sicherte die "Siegfriedlinie" die deutsche Westgrenze. Nach dem erfolgreichen Frankreichfeldzug wurden viele Westwallanlagen als vermeintlich überflüssig demontiert, die Bunker waren danach zum Teil nicht mehr bewaffnet und für den Endkampf im Westen kaum gerüstet. Dennoch kam es insbesondere in dem am stärksten befestigten Teilstück in der Südpfalz während der letzten Kriegsmonate zu punktuellen Abwehrerfolgen. Die US-Armee hatte die Weißenburger Senke mit dem besonders dichten Sperrnetz des "Oberotterbacher Abschnitts" allerdings nur am Rande in ihre Offensivoperationen einbezogen, da Entscheidungsträger wie General Eisenhower die NS-Propaganda vom "unbezwingbaren germanischen Limes" sehr ernst nahmen und die Angriffsschwerpunkte bewußt anderswo setzten. Die alliierte Spionage versagte in puncto Westwall auf ganzer Linie. Wie ein deutsches "B-Werk" von innen aussah, wußte man erst nach dem 16. März 1945, als die Amerikaner ein solches im westpfälzischen Contwig erobert hatten und entsprechende Mitteilungen an die vorstoßenden Truppen durchgaben. Nach der bedingungslosen Kapitulation wurde der Westwall auf Geheiß der Alliierten gesprengt, anschließend ließ die Bundesrepublik neunzig Prozent der Ruinen restlos beseitigen. Von den "B-Werken" ist in der Pfalz kein einziges mehr erhalten. Wer ein solches besichtigen möchte, kann dies aber im saarländischen Besseringen tun. Die regionale Bevölkerung empfand die übriggebliebenen Bunkerruinen und Höckerlinien über Jahrzehnte hinweg als störend. Sie verstellten den Blick in die schöne Landschaft dieser sonnenverwöhnten Gegend, behinderten Bebauungspläne, stellten eine Gefahr für spielende Kinder dar und erinnerten immer wieder an die schreckliche Kriegszeit. Allein manche Jugendliche, die zwischen den Höckerlinien ungestört ihre Feste feierten, und einige wenige geschichtsinteressierte Bürger konnten diesem Erbe auch Positives abgewinnen. Viele Leute nutzten die Ruinen zur Ablagerung privaten Schutts und bewiesen damit ihre Geringschätzung der Kriegsrelikte. Der Westwall und seine letzten sichtbaren Spuren drohten endgültig der Vergessenheit anheimzufallen, bis im Dezember 2003 der "Verein zum Erhalt der Westwall-Anlagen" entstand und gegen die fortgesetzte Beseitigung verbliebener Bunkerreste Front machte. Seither wurden die Pläne für einen zeithistorischen Wanderweg seitens des Vereins und der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern immer konkreter. Jedoch galt es noch eine Menge bürokratischer Hemmnisse und geschichtspolitischer Widerstände zu überwinden. Mit dem neugeschaffenen, noch sehr kurzen Lehrpfad, der langfristig in Richtung Saarland, Eifel und Ardennen fortgesetzt werden soll, wird der Westwall nun endlich deutlich aufgewertet. Die Initiatoren möchten für die weitere Streckenführung unter anderem einen aufgelassenen Soldatenfriedhof im Oberotterbacher Wald berücksichtigen und auch das 1998 eröffnete, in erhalten gebliebenen Bunkerräumen untergebrachte private "Westwall-Museum" in Bergzabern einbeziehen. Der Wanderweg soll anschauliche Erinnerung für Zeitzeugen und künftige Generationen ermöglichen und ungewöhnliche Rückzugsgebiete für seltene Tiere und Pflanzen bewahren helfen. Denn auch aus ökologischer Sicht finden vor allem die Bunkerreste seit einigen Jahren Beachtung, stellen sie doch schützenswerte ökologische Nischen für Fledermäuse, Lurche, Wildkatzen und seltene Moose und Farne dar. Bei der Textgestaltung der Bildtafeln spielte die Mainzer Landeszentrale für politische Bildung die entscheidende Rolle, zumal der Wanderweg ausschließlich mit öffentlichen Geldern finanziert wird. Gegen mancherlei Unmut örtlicher Fachleute wurde eine "Kontextualisierung", sprich: Einbettung in den historischen Gesamtzusammenhang, durchgesetzt, die leider von politisch korrekter Einseitigkeit geprägt ist. Diese läßt sich insbesondere am Wortlaut der Starttafel ablesen. Dort heißt es zur Vorgeschichte und als Überleitung zum eigentlichen Bau: "Ein Hauptziel Hitlers und der nationalsozialistischen Politik war es, mittelfristig sogenannten 'Lebensraum' in Osteu-ropa zu erobern. Dies setzte einen Eroberungskrieg gegen Polen und die Sowjetunion voraus, durch den die dort lebenden Menschen versklavt werden sollten. (...) Dazu war der Aufbau einer starken militärischen Macht notwendig." Die zur Erklärung des geschichtlichen Hintergrunds unerläßliche Erinnerung an die Erfahrungen des Stellungskrieges an der Westfront zwischen 1914 und 1918 sowie an die im Europa der Zwischenkriegszeit allgemein vorherrschende Festungsideologie als Verheißung größtmöglicher Sicherheit vor äußeren Angriffen kommt nicht zur Sprache. Die Maginotlinie als französischer Vorläufer bzw. Gegenstück des Westwalls wird nur an einer Stelle kurz erwähnt, andere Festungsanlagen wie der "Ostwall" der Weimarer Republik, die Festungslinie der Tschechoslowakei, der in den dreißiger Jahren erbaute 1.850 Kilometer lange italienische "Alpenwall" oder die "Metaxaslinie" in Griechenland tauchen überhaupt nicht auf. Die Verantwortlichen begründen ihre Darstellung damit, daß solche Hintergründe "zu speziell" seien und man "kein Übermaß an Militärgeschichte" gewollt habe. Glücklicherweise zeugen die anderen Tafeln dann aber doch von militärgeschichtlichen Detailkenntnissen (zum Beispiel gibt es aufwendig recherchierte Karten zu den Befestigungsanlagen) und zeichnen sich durch aufschlußreiche regionalbezogene Erläuterungen aus. Zu Steinfeld erfährt man: "Der Ort lag zudem in der 'Roten Zone', dem Gebiet im Bereich des Westwalls, das bei Kriegsbeginn sofort geräumt werden sollte, damit Soldaten der Wehrmacht in die Bunkerzone einmarschieren konnten. Diese Evakuierung wurde für die 1.348 Steinfelder am 1. September 1939 angeordnet. Binnen zwei Tagen war das Dorf wie auch die in direkter Grenznähe liegenden Ortschaften Dierbach, Niederotterbach, Schweig¬hofen, Schweigen und Rechtenbach, bis auf wenige mit Sondergenehmigung Zurückgebliebene, vollständig geräumt. Die Menschen hatten mit einem Teil ihres Hausrates das Dorf zu verlassen und waren in die Aufnahmegebiete in die oberfränkische Stadt Liechtenfeld transportiert worden." Die alltägliche Willkürherrschaft des Dritten Reiches spiegelt sich in der nachfolgenden Passage: "Anders als die Bewohner von Bergzabern oder der Nachbardörfer durften die Steinfelder nicht im Juli 1940 in ihre Heimat zurückkehren. Steinfeld war durch Gauleiter Josef Bürckel zur 'Neuordnungsgemeinde' erklärt worden. In einer von nationalsozialistischen Ideen für einen Siedlungsbau geprägten 'Wiederaufbauaktion' sollten in dem Bereich der Roten Zone Musterdörfer entstehen. Für diesen Plan wurden allein in Steinfeld 136 Wohn- und 233 Nutzgebäude ohne Notwendigkeit abgerissen. Als die Steinfelder endlich im Sommer 1942 zurückkehren durften, war ein Drittel der Häuser nicht durch Angriffe der Kriegsgegner, sondern infolge nationalsozialistischer Siedlungspläne nicht mehr vorhanden. So war ein Teil der Rückkehrer quasi obdachlos und fand im Heimatdorf keine Unterkunft mehr. Der versprochene, im Nazi-Stil geplante Wiederaufbau wurde nicht realisiert." Einige der von der NS-Verwaltung enteigneten Familien hatte man ungefragt für Umsiedlungsprogramme in erobertes polnisches Gebiet oder nach Lothringen eingeplant. Im Sommer 2008 soll der Westwallweg im Bereich der Nachbargemeinde Oberotterbach erweitert werden und dort gesprengte Großbunker, Einmannbunker und Schützengräben verbinden; im nahen Bienwald existieren schon seit 2004 zwei vom Pfälzerwald-Verein Schaidt angelegte Rundwanderwege, die zu Überresten der Festungsanlagen führen. Für geschichtsbewußte Wanderer bieten sich also jede Menge neue Möglichkeiten, diesen bemerkenswerten Teil der Militärgeschichte des 20. Jahrhunderts in Augenschein zu nehmen. Weitere Informationen zum Westwall-Wanderweg unter anderem auch in der Broschüre "Westwallrundwanderwege in Bienwald bei Schaidt", herausgegeben vom Pfälzerwald-Verein Ortsgruppe Schaidt, In den Boschgärten 33, 76744 Wörth / Schaidt; Telefon: 0 63 40/83 11; Internet: www.pwv-schaidt.deWestwallweg in der Schneifel: Mahnmal für den Frieden
(Südeifel)
Auf einer Länge von 630 km von Kleve bis Basel sollte ein uneinnehmbares Bollwerk entstehen und die Maginot-Linie in Frankreich übertreffen. Beim Bau der "Siegfried-Linie" wurden acht Millionen Tonnen Zement, 1,2 Millionen Tonnen Eisen und über 950.000 Festmeter Holz verarbeitet. Zeitweise waren über 500.000 Menschen an diesem Bauwerk, welches die stolze Summe von 3,5 Mrd. Reichsmark verschlang, beschäftigt. Bis zu 20% der jährlichen Erzeugung von Eisen und Zement des deutschen Reiches wurden für die Anlagen benötigt.
In der Eifel waren in fast allen Dörfern Westwallarbeiter in Quartier. Die Einnahmen wurden gerne angenommen. Gesellschaftlich war diese Einquartierung von sehr großer Bedeutung. Bis zum heutigen Tage ist diese Zeit den Menschen des Prümer Landes in Erinnerung. Von der Wehrmacht wurde die Anlage als Jahrhundertwerk herausgestellt. Die als uneinnehmbar geltende Verteidigungslinie hatte aber gegen Ende des Weltkrieges nur eine hinhaltende Bedeutung. Es war ein Eingriff in die Natur, die Landschaft und die Kultur der Eifel der Superlative. Die Spuren sind bis zum heutigen Tage zu sehen.
Im Bereich der Schneifel wurden von 1938 bis 1940 ca. 170 Bunkeranlagen gebaut. Im Altkreis Prüm alleine 1.200! Und 35 km Höckerlinie! Tiefgestaffelt zogen sich die Anlagen, teilweise nur wenige Meter auseinander, über die Höhenzüge der Westeifel. Die Hindernisse sollten Panzer bis 36 t aufhalten. Diese sogenannte "Höckerlinie" hatte eine Breite von 13,45 m und bestand aus drei parallel verlaufenden Fundamenten, die einen Querschnitt von 0,8 bis 1 m aufwiesen und nach oben zu einem Querschnitt von 0,5 m ausliefen. Quer- und Längsfundamente verstärkten die Betonteile untereinander. Die Höhe betrug bis 1,5 m. Die Anlagen wurden nach dem Kriege gesprengt und sind inzwischen nur noch als Trümmer erkennbar.
In den Bunkerruinen haben sich hervorragende Biotope für seltene Tiere und Pflanzen entwickelt, z.B. für Wildkatze und Fledermäuse, seltene Moose und Flechten erobern diese feuchten Lebensräume. Soweit die Anlagen zertrümmert wurden, wurden Zugänge geschaffen um Kleinsäugern einen Rückzugsraum zu ermöglichen.
Die Wanderung zu den Anlagen dauert ca. drei Stunden. Das Betreten der Anlagen geschieht auf eigene Gefahr! Zur eigenen Sicherheit wird festes Schuhwerk empfohlen.
Führungen von Gruppen nach Anmeldung
unter Tel.: 06551-985755
Fax: 06551-985519
oder e-Mail:
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Westwallwanderweg Wallendorf
| Dieser so genannte „militärhistorische Rundwanderweg“ (bzw. „Promenade du Souvenir“), erstreckt sich beiderseits des Flüsschens Our, das die deutschluxemburgische Grenze markiert. Diese ländliche Region ist ein beliebtes Ziel für Wander-/Radwander- und Wassersporturlauber und entsprechend touristisch Westwall in der Eifelregion 29 erschlossen (mit Campingplätzen, verschiedenen Übernachtungsbetrieben, Wander- und Radwanderwegenetz). Initiiert und eingerichtet wurde der Wanderweg seit 1996 durch Syndicat d´Initiative Reisdorf (Luxemburg). Auf einer Länge von fast 17 km sind seither verschiedene Relikte des 2. Weltkriegs auf zunächst luxemburgischer und seit einigen Jahren auch auf deutscher Seite zu besichtigen, u.a. Bunker, Schartenstände und Unterstände. Insgesamt 17 Schautafeln am Ausgangspunkt des Wanderweges in Reisdorf und an den jeweiligen Stationen beschreiben die Bauten und das historische Geschehen in der Region mit Hilfe von Zeichnungen, Fotografien, Zeitzeugenberichten und technischen Informationen. Der Wanderweg selbst ist durch einen blauen Stern ausgewiesen. Auf deutscher Seite durchläuft der Weg u.a. die Ortschaft Wallendorf, Kreis Bitburg-Prüm, Verbandsgemeinde Irrel. Dort befindet sich ein gekennzeichneter Bunker, der nicht gesichert ist und durch eine Scharte theoretisch betreten werden könnte Informationstafel vor dem Bunker in Wallendorf Informationstafel am Ausgangspunkt des Westwallrundweges in Reisdorf |
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